Freiwillige Feuerwehr Vohenstrauß
1865 – heute
  Geschichte und Entwicklung
 
 
   
Eine Dokumentation über das
Feuerlöschwesen in der
Stadt Vohenstrauß
 
   

Die Freiwilligen Feuerwehren in ihrer jetzigen Organisation reichen bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts zurück. Schon bald nach der Gründung der ersten organisierten Feuerwehren in Bayern wurde die Freiwillige Feuerwehr Vohenstrauß im Jahre 1865 als erste im damaligen Bezirksamt Vohenstrauß in Leben gerufen. Der Denkwürdige Tag ihrer Gründung war der 5. November 1865. In der Vohenstraußer Feuerwehrgeschichte ist folgendes dazu aufgezeichnet: „Zu damaliger Zeit gab es noch wenige Feuerwehren und so zählte die hiesige Gründung zu einer der ersten in Bayern.“ Vohenstrauß ist auch die älteste Wehr im jetzigen Landkreis Neustadt an der Waldnaab, in dem der Altlandkreis Vohenstrauß am 1. Juli 1972 eingegliedert wurde.

Eine kleine Schar mutiger und opferwilliger Bürger unserer Stadt war durch das große Schadenfeuer, das am 5. Oktober 1865 in dem benachbarten Markt Waldthurn wütete und diesen fast vollständig einäscherte, entschlossen, eine Freiwillige Feuerwehr in Vohenstrauß zu gründen. So trat man, voran der Kaufmann Leonhard Winkler, am 5. Novenber 1865 zusammen und bildete einen Ausschuß, der dann später eine größere Mitgliederversammlung durchführte. Wie die Stammliste der Vohenstraußer Wehr aufweist, waren die elf Gründungsmitglieder August Sperl, Amtsgerichtsaktuar; Philipp Aichinger, Schreiber; Bernhard Bauer, Schreiber; Johann Thomas Stark, Rentamtsgehilfe; Mathias Hoffmann, Lederhändlerssohn; Josef Nast, Musiker; L. M. Kraus, Schuhmacher; Josef Ferazin, Kaminkehrer; Johann Würschinger, Schuhmacher; Josef Wappmann, Konditor und Leonhard Winkler Kaufmann. Rasch wurde dieser gemeinnützige Gedanke weitergetragen. Schon fünf Monate nach der Gründung am 21 April 1866 zählte der Feuerwehrverein 33 Mitglieder. Als erster Vorstand wurde Notar Josef Doß und als Kommandant Leonhard Winkler gewählt. Letzter hat sich um die Gründung besonders verdient gemacht.

 
Die Zeit vor der Gründung der Wehr
Zur wechselvollen und oft leidvollen Vohenstraußer Geschichte zählen seine verheerenden Brandkatastrophen. Der erste große Brand war anno 1498, der nächste 1512, der dritte geschah anno 1537 am 20. Juni und der vierte am 3. Juli 1550. Also vier Großbrände in 56 Jahren! Fast jedes Mal standen die Bürger vor dem Völligen Ruin. Doch nicht genug. Der Großbrand von 1763 hatte katastrophale Auswirkungen. Kaum hatte sich Vohenstrauß von dem schweren Schalg erholt, als der Markt im Jahr 1839, nur 76 Jahre später, durch Brandunglück mit den beiden „hochgewölbten Markttoren und 300 Gebäuden“ wieder in Schutt und Asche fiel. Wie trat man aber in früheren Zeiten, als es noch keine organisierte Feuerwehr gab, bei einem ausbrechenden Brand in Aktion, und wie wurden die Feuersbrünste bekämpft? Über die Regelung des Feuerlöschwesens und über Einrichtungen zum Schutz vor Feuersgefahr vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Vohenstrauß ist nur wenig bekannt. Die Mannschaft stand damals dem Feuer weitgehend machtlos gegenüber, denn es mangelte an geeignetem Gerät.
 

Dieses Bild ist wohl das älteste der über 140jährigen Geschichte der Freiwilligen
Feuerwehr Vohenstrauß. Es dürfte in den ersten Jahren der Gründungszeit
entstanden sein und zeigt die aktiven Mitglieder.
 
Im Markte Vohenstrauß war jedoch von alten Zeiten her die Turmwache eingeführt. Diese hatte den Zweck, etwaige Schadenfeuer, die im Ort selbst oder in den umliegenden Dörfern zum Ausbruch kamen, schnellstens zu melden, um der Feuersbrunst wirksam entgegentreten zu können. Türmer hießen diese Feuerwächter, die es in allen größeren Orten der Oberpfalz bereits im 16. Jahrhundert gab. In der alten Urkunde ist bezeugt, dass der neue Türmer in Vohenstrauß auf seinen Anstellungsvertrag, der zwei Jahre vor Beginn des 30jährigen Krieges geschlossen wurde, einen Eid leistete. Diese Urkunde enthält bereits als Pflicht die „Warnung und Alarmierung bei Bränden“. Bei der Anstellung des Türmers Joseph Nast ist nach Fertigstellung des Turmes nach dem Großbrand 1839 am 25. November 1846 durch den Magistrat als Lokalpolizeibehörde hinsichtlich der Feuerwache folgende Anweisung ergangen:
 

Turmwache – Ordnung für den Markt Vohenstrauß: Feuerwache-

§1

 

 

 

 

 

Der aufgenommene und jeweilige Turmwächter muß auf dem Kirchturme, auf welchem ein eigenes heizbares Zimmer vorhanden ist, die Feuerwache bei Tag und Nacht genau und pünktlich halten. Zur Erhaltung der Wachsamkeit hat derselbe alle Stunden bei Tag und Nacht auf der großen Turmglocke gehörig nachzuschlagen. Besondere Wachsamkeit wird ihm zur Nachtzeit zur Pflicht gemacht. Derselbe darf das Wachzimmer nie verlassen. Bei Entdeckung eines Brandes im Orte selbst ist das Feuerzeichen durch eigene Trompetenstöße und Anschlagen an der großen Glocke zu geben. Letzteres geschieht in 25 schnell aufeinander folgenden Schlägen und wird nach kurzen Zwischenräumen so lange nämlich der Brand dauert, fortgesetzt. Mit Abnahme des Brandes mindern sich auch die Glockenschläge.
   
§2
Bei einem Brand im Ort ist bei Tag die vorhandene rote Fahne und des Nachts eine brennende Laterne in die Gegend der Gefahr auszuhängen.
   
§3

 

 

Auswärtige Feuersbrünste auf den Umkreis einer halben Stunde werden bloß durch ein kurzes Glockenzeichen von 16 Schlägen ohne Trompetenstoß angezeigt und es ist sogleich dem Bürgermeister der Ort des Brandes melden zu lassen. Entferntere Feuersbrünste sind dem Bürgermeister auf der stelle ohne alles Zeichengeben zu melden.

Wie überliefert ist, passierte dem Türmer Joseph Nast bei seinem Wachdienst im Jahr 1853 ein Missgeschick. Er übersah innerhalb von drei Tagen je einen Brand in Braunetsrieth bzw. Vöselsrieth, weil er gar nicht auf dem Kirchturm war. Nast wurde wegen dieser Dienstpflichtverletzung mit einer Strafe von Drei Gulden belegt.

Über Einrichtungen zum Schutz von Bränden aus einer Zeit, in der noch von keiner Feuerwehr in unserem Sinne die Rede war, ist bekannt, dass eine ganz alte, von der Gemeinde schon bald nach den Brand von 1839 erworbene Druckspritze vorhanden war. Zu dieser Zeit wird auch ein hoher Steigerturm aus Holz auf dem Lehmtrad, der auf einem gemauerten Sockel errichtet war, erwähnt, den jedoch Ende der 1870er Jahre ein Sturm zum Einsturz brachte.

Das Löschwesen, das in dieser Zeit nur lose organisiert war, konnte jedoch bei den Brandunglücken durch die mangelnde Ausbildung und des unzureichende Gerät, das größtenteils nur aus Wassereimern und primitiven Spritzen bestand, nicht allzu viel ausrichten. Vom Feuerruferl in früherer Zeit bis zum automatischen Feuermelder heute führte ein langer Weg. Daß aber damals überhaupt eine vorsorgliche Regelung für den Brandfall getroffen wurde, zeugt vom Willen, durch Organisierung der Gemeinschaft für den Kampf mit dem zerstörten Element des Feuers irgendwie vorbereitet zu sein und einer Vernichtung nicht tatenlos zuschauen zu wollen.

 
Nr. 7.
Die Zeitung erscheint
Jeden 1. und 15. jeden Monats

München, am 31.März
Briefe an die Redaktion
Werden frankiert erbeten

1868
Die freiwilligen Feuerwehren in Bayern
IV. Oberpfalz. Auerbach, Ensdorf, Nittenau, Oberviechtach, Pegnitz, Vohenstrauß
 
Die Ersten Anfänge
- Zeitepoche von 1865 bis 1880-

 
In der „Zeitung für Feuerlöschwesen“, erschienen am 31. März 1868 in München, wird unter der Rubrik „Die Freiwilligen Feuerwehren in Bayern“, die Freiwillige Feuerwehr Vohenstrauß erstmals genannt, zusammen mit Auerbach, Ensdorf, Nittenau, Oberviechtach und Pegnitz.

Über die Anfänge der Gründungszeit wird berichtet, dass die Freiwillige Feuerwehr Vohenstrauß sofort mit Eifer an die Beschaffung der nötigen Löschrequisisten und Ausrüstungsgegenstände heranging. Große Schwierigkeiten bereitete natürlich die Aufbringung der Geldmittel. Darüber ist in der „Zeitung für Feuerlöschwesen“ am 1. April 1869 ein Beitrag unter der Überschrift „Berichte von und über Feuerwehren“ erschienen, der im Wortlaut wiedergegeben wird:

 
Nr. 7.
Die Zeitung erscheint
Jeden 1. und 15. jeden Monats

München, am 1.April
Briefe an die Redaktion
Werden frankiert erbeten

1869
Berichte von und über Feuerwehren.
----Über die bei Feuerwehren oft so schwierige Beschaffung von Geldmitteln erhalten wir von der Feuerwehr in Vohenstrauß (Oberpfalz) folgenden Bericht: Ein Fonds zur Unterstützungs-Kasse wurde durch eine Verlosung gegründet; die Feuerwehr erhielt nämlich teils gewerbliche Gegenstände von der Bürgerschaft, teils weibliche Handarbeiten von den Frauen und Jungfrauen als Geschenk, welche Gaben verlost wurden. Es fanden 4150 Lose Absatz, worauf 415 Gewinne Kamen. In sehr dankbarer Weiße nahmen sich unsere oberpfälzischen Kameraden dem absetzen der Lose an.
Durch diese Verlosung wurden 447 fl. Gewonnen, welche bei der Sparkasse angelegt sind, denn der Beitrag an die Landes-Unterstützungskasse wird von der Mannschaft selbst bezahlt. Angeschafft wurde von der Feuerwehr ein Mannschafts-Transport-Wagen, gebaut von unserem tüchtigen Requisitenmeister, dem Wagenfabrikanten Erhard Jungkunst, welcher für 20 Mann bestimmt ist. Dazu erhielten wir 200 fl. Aus der Distrikts-Kasse, der Anschaffungspreis war 250 fl.; ferner wurde von obigem Meister noch eine Schiebleiter nach neuestem System um 100 fl. Gefertigt, zu welchem Betrag die Simultankirchenverwaltung die hälfte zuschoß. Gebaut wurde ein neues Steigerhaus von unserem tüchtigen Baumeister Trinklein; das Holz wurde von unserer Kommune dazugegeben, die Arbeiterlöhne und Bretterzugaben beliefen sich jedoch auf 490fl. Eine Löschmaschine zum Betrag von 1000-1200 fl. Wird im Monat Mai an die Feuerwehr abgeliefert. Von dem aufgelösten Gewerbsverein erhalten wir dazu durch die Bemühungen unsers kgl. Bezirksamts die Summe von 500fl. Und von der Gemeinde 500 fl., letztere Summe in jährlichen Raten von 50 fl. Eine Summe von 800 fl. ist von der Feuerwehr in Aktien à 5 fl. Aufgebracht worden. Die Rückbezahlung geschieht auf dem Wege der Verlosung und kommen alljährlich bei der Generalversammlung im Monat Jänner 16 Stück zu 80 fl. Zur Zurückbezahlung. Das Anleihen ist unverzinslich, die Maschine aber ist Eigentum der Feuerwehr. Endlich ist noch die Anschaffung einer kleinern Abproßspritze von Seite des Distrikts in Außsicht. L.W
 
Im Jahre 1869 wurde eine Feuerlöschmaschine von der Firma J. G. Jauck in Leipzig angekauft, die 2400 Gulden kostete. Diese große und kräftige Spritze war nach den Verhältnissen der damaligen Zeit ein überragendes Löschwerkzeug, das allgemeine Bewunderung fand. Die Übernahme erfolgte am 20. Juni 1869 in Verbindung mit einer großangelegten Probeübung, zu der die nächstgelegenen auswärtigen Feuerwehren eingeladen waren. Über Dieses Ereignis berichtete die „Zeitung für Feuerlöschwesen“ in der Ausgabe vom 15. Juli 1869 Wie Folgt:
 
Nr. 14.
Die Zeitung erscheint
Jeden 1. und 15. jeden Monats

München, am 15.Juli
Briefe an die Redaktion
Werden frankiert erbeten

1869

----Zur Vervollständigung ihres Löschwesens hatte die Feuerwehr Vohenstrauß die Anschaffung einer Saugspritze beantragt. Die Beschaffung der hierzu nötigen Mittel war von Seite des Verwaltungsrates durch Verlosung u. angelegt und zeigte das günstige Resultat die wohlwollendste Teilnahme für das junge Institut. Fabrikant J. Jaud in Leipzig erhielt den Auftrag zur Ausführung und am 18. Juni geschah die Ablieferung und die Prüfung der neuen Maschine, welche untern der Leitung des Landes-Ausschuß-Mitgliedes, Herrn Scheuring von Würzburg vorgenommen wurde. Die von Seite des Assordanten vertragsmäßig festgestellten Leistungen über Höhen- und Weitwurf sowie des Wasserquantums urden vollkommen erfüllt. Auf Sonntag en 20. war die Übergabe der Maschine an die Feuerwehr bestimmt und hatte zu diesem Zwecke der Verwaltungsrat die Feuerwehren der nächsten Umgebung eingeladen. Die Herren Kommandanten Winkler und Scheuering hielten bei der Übergabe entsprechende Reden.
Nachmittags um 2Uhr begann die Aufstellung und Übung am Steigerhause. Die Feuerwehr Vohenstrauß darf stolz auf ihre Ausrüstung sein, sie besitzt für ihre Örtlichkeit nicht allein alles Notwendige, sondern auch das Neueste und Beste. Die Übung selbst kann nur als eine gelungene bezeichnet werden und darf dies, dem freundlichen unterstützenden Entgegenkommen der Behörden und der Bewohner gegenüber, als voller Beweis betrachtet werden, das die Feuerwehr sich ihrer Aufgabe im ganzen Umfang bewußt ist. Aber auch diese kleinere Versammlung ist nicht ohne Nutzen für das Löschwesen des dortigen Hauses gewesen. Einmütig haben sich die anwesenden Feuerwehrmänner gelobt, in gleichheitlichen Bestreben an die Beschlüsse des Landes-Ausschußes festzuhalten und nach Kräften für die weitere Entwicklung des verbesserten Löschwesens ihrer nächsten Umgebung zu Wirken.

 

Zur Finanzierung der Feuerlöschmaschine wurden von der Feuerwehr 800 Gulden in 160 auf Namen Lautende und unverzinslichen Aktien zu je fünf Gulden aufgebracht. Jeder Aktionär erhielt eine vom Verwaltungsrat der Freiwilligen Feuerwehr Vohenstrauß und dem Marktgemeinderat Vohenstrauß unterzeichnete Urkunde, die Nachstehen im Faksimile abgebildet ist.


....Diesen schön gestalteten Briefkopf verwendete die Vohenstraußer Wehr bereits zwei Jahre nach ihrer Gründung bei einem Schreiben an das Feuerwehr-Corps Oberviechtach... am 15. August 1867


 
Berichte über Brände in den
Jahren 1868 und1869
In der „Zeitung für Feuerlöschwesen“ wird am 15. Juni 1868 über einen Brand im Gemeindewald von Vohenstrauß am 21. Mai 1868 und über Brandunglücke infolge von Blitzeinschlag in Albersrieth am 1. Juni 1868 und am gleichen Tag in Wittschau folgendes berichtet:
Nr. 12.
Die Zeitung erscheint
Jeden 1. und 15. jeden Monats

München, am 15.Juni
Briefe an die Redaktion
Werden frankiert erbeten

1868
----Vohenstrauß (Oberpfalz). Am Donnerstag den 21.Mai d. J., Nachmittags 3 Uhr, ist in dem, der Kommune Vohenstrauß gehörigen ½ Stunde vom Markte entfernten Walde ein Brand entstanden. Den Bemühungen unserer Feuerwehr, welche sich gerade zu einem kleinen Ausflug versammelt hatte und sofort an dem Brandplatz geeilt war, gelang es, das Feuer auf dem bis dahin ergriffenen Raum zu beschränken und nach verlauf einer Stunde vollständig zu löschen. Die abgebrannte Fläche mag beiläufig ½ Tagwerk (15-20jährigen Bestand) betragen. Da an dem fraglichen Holze eine frequentierte Straße und ein Fußweg vorbeiführt, so dürfte das Feuer aller Wahrscheinlichkeit nach durch wegwerfen einer brennenden Zigarre oder eines angezündeten Zündhölzchens entstanden sein.

----In folge Blitzschlags ist im Dorfe Albersrieth, 2 Stunden von hier entfernt, am Montag den 1. d. M., Nachts 11Uhr, Feuer ausgebrochen. Bei Ankunft unserer Feuerwehr, welche sich mit ihren Requisiten zu Fuß dahin begeben hatte, waren bereits 3 Anwesen sammt bedeutenden Nebengebäuden vom Feuer vollständig ergriffen; die Aufgabe der Feuerwehr war daher, die Weiterverbreitung des Feuers zu verhindern, was ihr auch nach mehrstündiger Anstrengung vollkommen gelungen ist. Bei der Schnelligkeit, mit welcher das Feuer um sich griff, ist leider vieles Mobiliar, Getreide und mehrere Stücke Vieh, darunter ein paar wertvolle Ochsen, verbrannt. Constatirt muß hier werden das offene Vertrauen, mit welchem die Bewohner des verunglückten Ortes und die anwesenden Personen der nächsten Umgebung bei Ankunft der Feuerwehr derselben entgegenkamen.

----Am nämlichen Tage und zu gleicher Zeit fand auch im Orte Wittschau und zwar ebenfalls in Folge Blitzschlages, 2 Häuser sammt Nebengebäuden abgebrannt, welcher Brand, der in der entgegengesetzten Richtung von Albesrieth und 2 Stunden von Vohenstrauß entfernt war, erst nach Abmarsch der Feuerwehr nach Albesrieth wahrgenommen wurde, wo er bereits dem Erlöschen nahe schien.

 
Am 17. Juni 1869 brach in Nachbarort Altenstadt b. Vohenstrauß ein Großfeuer aus, dem 15 Wohnhäuser und 30 Nebengebäude zum Opfer fielen. Über den Brandeinsatz der Vohenstraußer Wehr fehlen leider Aufzeichnungen.
 
Nr. 13.
Die Zeitung erscheint
Jeden 1. und 15. jeden Monats

München, am 1.Juli
Briefe an die Redaktion
Werden frankiert erbeten

1869
-Am 17. Juni sind in Altenstadt bei Vohenstrauß (Oberpfalz) 15 Wohnhäuser und 30 Nebengebäude abgebrannt.

-1880-
Da der Steigerturm auf der Lehmtrad Ende der 1870er Jahre eingestürzt war, wird vom Marktmagistrat Vohenstrauß am 22. Juni 1880 beschlossen, ein neues Steigerhaus –verbunden mit einer zum trocknen der Schläuche geeigneten Vorrichtung- nach den Plänen des Technikers Horn im Hofraum des Magistratsgebäudes (am alten Rathausstadel) zu errichten.

-Steigerhaus 1880-

 
Auf dem Abbruchbild des alten Rathauses (veröffentlicht im Bildband „Vohenstrauß in alten Ansichten“ 1979 Nr. 16) ist der alte Schlauchturm noch zu sehen. Er ging in dem 1910/1911 hinter dem Rathaus errichteten Feuerlöschrequisitenhaus auf.

Am 12 September 1880 wird in Vohenstrauß die Bezirksversammlung der Feuerwehren des Amtsbezirks Vohenstrauß abgehalten. Nach dem Bericht des Bezirksvertreters bestehen in dem 48 Gemeinden zählenden Amtsbezirk 15 freiwillige Feuerwehren mit 666 Mitgliedern und in vier Gemeinden Pflichtfeuerwehren mit 509 Mitgliedern. Im Amtsbezirk Vohenstrauß sind 16 neuere Saug- und Druckspritzen und vier ältere Druckspritzen vorhanden.
Die Delegierten der Bezirksversammlung besichtigen das Vohenstraußer Requisitenlokal mit dem Steigerhaus, die Löschmaschinen sowie die Geräte und sprechen sich lobend und anerkennend über den guten Zustand aus.
1880 wird erstmals über die Mitwirkung von „Chargierten“ (Mitgliedern des Vorstandes) der Feuerwehr bei den gesetzlichen vorgeschriebenen Feuerbeschauen berichtet.


-1881-
Im „Verzeichnis der freiwilligen Feuerwehren in Bayern“, Stand 1.Juli 1881, sind in der Grundliste des bayerischen Landes-Feuerwehr-Verbandes folgende Gemeinden eingetragen:

Bezirksverband Vohenstrauß: Altenstadt, Bernrieth, Eslarn, Kaimling, Leuchtenberg, Miesbrunn, Moosbach, Pleystein, Roggenstein, Tännesberg, Tröbes, Vohenstrauß, Waidhaus, Waldau, Waldthurn. (Quelle: „Zeitung für Feuerlöschwesen“ Heft Nr. 14 vom 15.Juli 1881)

Im Heft Nr. 18 vom 15 September wird berichtet: „Bewilligung der bayerischen Distriktvertretungen für Förderung des Feuerlöschwesens im Jahre 1881:

Bezirksamt Vohenstrauß
Distrikt Vohenstrauß
Betrag 700 M“


-1882-
Eine mechanische Schiebeleiter wird 1882 mit Hilfe eines von der K. Regierung gewährten Zuschusses von 300 M angeschafft. Außerdem leistet die Simultankirchenstiftung dazu eine Beihilfe von 150 M. Darüber hinaus sind noch weitere Spenden eingegangen.

Weiter erhält die Feuerwehr in diesem Jahr eine Omnibusspritze für Überlandhilfe.

Alle weiteren Beschaffungen in der späteren Zeit erfolgen auf Gemeindekosten.

Die im Jahre 1858 vom Kgl. Bezirksamt Vohenstrauß angeschaffte aerarische Feuerspritze wird nach einer Entscheidung des Kgl. Staatsministeriums des Innern vom 28. Februar 1882 an die Freiwillige Feuerwehr Vohenstrauß am 13. April 1882 unentgeltlich übergeben mit der Verpflichtung, dass die Freiwillige Feuerwehr im Falle der Gefährdung des Schlossgebäudes (Friedrichsburg) durch Brand wenigstens eine Spritze zum Schutz dieses Gebäudes bereitstellt.


-1884-
Das brandgefährliche Zeitalter des Kienspans war zwar 1880vorbei, man hatte Kerzen, da und dort Petroleumlicht oder Karbidlampen. Doch nirgendwo konnte man damals in der Gemeinde einen Wasserhahn aufdrehen. Es gab nur öffentliche Brunnen, drei entlang des Marktplatzes, einige noch in den Marktvierteln. Seit 1881 wird immer wieder der Bau einer Wasserleitung gefordert. Schließlich entschließen sich die beiden gemeindlichen Kollegien zum Bau einer modernen Hochdruck-Wasserleitung (Bauzeit: März 1884 bis März 1885). Damit ist sowohl in hygienischer wie auch in feuerwehrtechnischer Hinsicht ein großer Schritt nach vorne getan. Mit dieser erfreulichen Neuerung verlieren die handbetriebenen Löschmaschinen ihre frühere Bedeutung. Es werden 24 Hydranten der bewährten Konstruktion in allen Teilen des Marktes etwa 100 Meter voneinander entfernt geschaffen, von welchen stets vier gleichzeitig mit einer Leistungsfähigkeit von je 3 Hektoliter/n pro Minute bei Feuersgefahr in Aktion treten können und bei welchen der Druckhöhenhorizont schon über die Giebel der unterhalb der Friedrichsburg gelegenen Häuser hinweggeht. Diese Hydrantenanlage verschafft eine viel raschere und sichere Hilfe bei Bränden und ermöglicht eine geringere Bedienmannschaft.

„Der Vohenstraußer Anzeiger“ berichtet in der Ausgabe vom 20 Juni 1889 über ein Brandunglück am 18 Juni 1889 wie folgt:
„Bei diesem schrecklichen Unglücksfalle hat sich wiederholt bewieden, von welch unersetzbaren Wert unsere Wasserleitung ist, welche trotz übergroßen Wasserverbrauchs sich so nachhaltig erwiesen hat, dass nur ca. die Hälfte des Hochreservoirs entleert wurde“.

Interessante Einblicke in das Feuerlöschwesen in Vohenstrauß verschafft die vom Kgl. Bezirksamt Vohenstrauß am 31. Juli 1884 erlassene Distriktspolizeiliche Feuerlöschordnung (Bezirksamtsblatt 1884, Nr. 57,58,59). Sie regelte in allen Einzelheiten die Feuerwehrpflicht, die Verpflichtung der Gemeinden und Hausbesitzer, die Organisation der Pflichtfeuerwehren, deren Übungsdienst, Verhalten bei Brandausbruch usw. Sie enthielt auch die Strafbestimmungen, welche offensichtlich streng gehandhabt wurden. Feuerwehrpflichtige waren – soweit nicht Befreiungstatbestände vorlagen – alle männlichen Einwohner einer Gemeinde vom 18. bis 50. Lebensjahr.

Neben der Freiwilligen Feuerwehr bestand, wie aus einer marktmagistratischen Bekanntmachung vom 1. Juni 1887 hervorgeht, in Vohenstrauß auch eine Pflichtfeuerwehr. Wer zur Feuerwehrübung ohne Entschuldigung nicht erschien, wurde bei der Amtsanwaltschaft zur Bestrafung angezeigt. 1888 sind in einem Verzeichnis 151 Feuerwehrpflichtige namentlich aufgeführt.

In der Bekanntmachung des Kgl. Bezirksamts Vohenstrauß vom 7. Mai 1889 sind die genauen Verhaltensmaßregeln bei Ausbruch eines Brandes festgelegt, die auszugsweise wiedergegeben werden, da sie einen Einblick in die Verhältnisse vor 100 Jahren vermitteln.

Bei Bränden zur Nachtzeit hatten die Einwohner mangels Straßenbeleuchtung „oder genügenden Mondlichtes“ entweder Laternen mit brennendem Lichte an den Häusern gegen die Straße hin aufzuhängen oder brennende Lichter hinter geschlossenen Fenstern aufzustellen. Bei Glatteis mussten alle Hausbesitzer Sand oder Asche auf die Wege vor ihren Häusern streuen. Besitzer von „Odel“- (=Jauche-) oder größeren Wasserfässern waren verpflichtet, dieselben auf Verlangen der Branddirektion mit Wasser gefüllt auf den Brandplatz zu bringen. Bei strenger Kälte hatten alle Besitzer von Kesseln heißes Wasser bereitzuhalten und auf Verlangen zur Versorgung der Löschmaschinen abzugeben. Den Löschfuhrwerken mussten andere Fuhrwerke auf Anruf ausweichen. Das Zechen in den Wirtshäusern eines Ortes, an welchem der Brand ausgebrochen war, war verboten.


-1885-
In der Vereinversammlung wurden L. Winkler als Vorstand und J. Wappmann als Kommandant und Donat Kirner als Rottenführer der Hydrantenabteilung neugewählt.

Eine übliche Fahne besitzt die hiesige Wehr nicht, hierfür zeigt sich bei den Mitgliedern keine Stimmung. Es wurde zwar im Jahre 1885 eine Standarte beschafft, die jedoch nicht mehr benützt wird.

Die Landes- Unterstützungskasse für die freiwilligen Feuerwehren in Bayern, die in hiesigen alten Akten bereits 1880 erwähnt ist, gewährt für alle Fälle der Verletzung und Erkrankung an Feuerwehrmänner eine Entschädigung. Eine solche erhielt lt. Meldung der „Zeitung für Feuerlöschwesen“ vom 15 November 1885 der Signalist Josef Nast, Vohenstrauß, der sich bei der Übung am 20. Juni 1885 eine Contusion der Wirbelsäule und der Oberlippe beim Transport der Leiter zugezogen hatte.

Der Spritzenmann David Krapfenbauer aus Vohenstrauß wurde beim Brand in Waldau am 14. Dezember 1885 verletzt durch Quetschung des Zeigefingers beim Bedienen der Spritze und erhielt dafür von der Landes- Unterstützungskasse 93 M 25 Pfennig.

 

Die aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Vohenstrauß mit Vorstand und Kommandant um das Jahr 1885


-1889-
Am 18. Juni 1889 um 18.45 Uhr wird der obere Markt (Friedrichstraße) von einer großen Feuersbrunst heimgesucht. Zwölf Gebäudebesitzer sind in einer Liste als Brandleider mit den beschädigten Gebäuden aufgeführt:
Hs. Nr. 5 Gottlieb Riegel, Stadel; Hs. Nr. 6 Höllerer Rupert, Stadel und Stall; Hs. Nr. 7 Bibel Friedrich, Viehstall und Stadel; Hs. Nr. 8 Bamler Johann, Gasthof „Drei Lilien“, Haus, Stall, Pferde- und Rindviehstallung, Anbau Schlachthaus und Backofen, Stadel an der südöstlichen Marktseite; Hs. Nr. 9 Bibel Egid August, Haus, Stadel, Pferde- und Rindviehstall, Remise mit Schweineställen; Hs. Nr. 11a Pöllmann Johann, Haus, Stadel und Nebenwohnhaus; Hs. Nr. 17 Bamler Karl, Stadel; Hs. Nr. 20 Hutzler Kaspar, Stadel; Hs. Nr. 22 Kraus Johann Michael, Stadel; Hs. Nr. 37 Riebel Friedrich, Stadel mit Schupfe;
Hs. Nr. 208 Bamler Andreas, Wohnhaus mit Keller und Backofen, Stadel mit Viehstall und Schupfe; Hs. Nr. 204/205 Jungkunst Johann, Stadel.

Schon sechs Tage später wird der Stadel des Karl Fischl, Hs. Nr. 195, ein Raub der Flammen.

Die Heimatzeitung „Vohenstraußer Anzeiger“ berichtet un der Ausgabe vom 19. Juni 1889 wie folgt:

Lokales und Vermischtes

Vohenstrauß, 19. Juni. Gestern Abends gegen dreiviertel sieben Uhr ertönte plötzlich der Ruf Feuer. Ungeheuere Rauchwolken bezeichneten den Brandplatz und mit möglichster Schnelle eilte Alles demselben zu um zu helfen und zu retten. Das Feuer ging, wie bereits in der gestrigen Nr. unseres Blattes gemeldet in dem Stadel des Lohnkutschers Konr. Pausch auf und griff dasselbe mit rasender Schnelligkeit um sich und im nächsten Augenblicke standen auch die daran anstoßenden Städel in hellen Flammen. Das in denselben befindliche Heu, Stroh, Getreide, Holz und Fässer ec. War reichliche Nahrung für das wütende Element. Bei dem plötzlich eintretenden Winde wurden auch die massiv gebauten Städel und Stallungen des Gasthofbesitzers August Biebel, sowie der Neuanbau des J. Bamler, Gasthofbesitzer zu den drei Lilien von dem Feuer ergriffen und kostete es alle Mühe die daran anstoßenden Hauptgebäude zu retten, weniger glücklich ging es bei dem Bierwirthe Andreas Bamler, denn fast gleichzeitig erfaste das Feuer den über dem Wege stehenden Stadel und das Hauptgebäude und wurde das ganze große Anwesen ein Raub der Flammen. Auserdem fielen noch 8 Städel, Schupefen und Stallungen, sowie ferschiedene Wägen Schlitten, Chaisen ec. Dem wütenden Element zum Opfer. Ein Menschenleben ist glücklicherweise nicht zu belangen, jedoch fehlt es nicht an kleineren und größeren Verletzungen bei der Feuerwehrmannschaft. Nachdem gegen 9 Uhr das Feuer gedämpft war, das man an ein Weitergreifen desselben nicht mehr glauben konnte, wurde auf einmal laut, das es in einem anderen viertel des Marktes brenne, was durch die vom Winde vortgetragenen Brände verursacht, aber im Entstehen wieder gelöscht wurde. Der Bezirksamtmann Herr Kämpf und der Bezirksamtsassessor Herr Preisendörfer, sowie Herr Bezirksfeuerwehrvertreter Vogt erschienen sofort am Brandplatze um die nötigen Anordnungen zu treffen und hielten aus bis der Brand gelöscht war. Auserdem waren die Feuerwehren Altenstadt, Waldau, Waldthurn, Bernried, Burkartsrieth, Oberlind, Pleistein, Waidhaus, Moosbach, Tännesberg, Kaimling und sogar Schönsee mit 20 Mann (24Km von hier entfernt) und wurde von denselben so tüchtig zugegriffen, das denselben hierfür nicht genug gedankt werden kann. Bei diesem Schrecklichen Unglückfalle dessen Entstehen bis heute noch nicht bekannt ist, hat sich wiederholt bewiesen, von welch unersetzbaren Werthe unsere Wasserleitung ist, welche trotz übergroßen Wasserverbrauches sich so nachhaltig erwieß, dass nur ca. die Hälfte des Hochreservoirs entleert wurde.

Der Ausschuß der Freiwilligen Feuerwehr Vohenstrauß beantragte am 24. Juni 1889 die Anschaffung von verschiedenen Einrichtungen zur Verbesserung des Feuerschutzes, die der Magistrat mit Beschluß vom 25. Juni 1889 genehmigte.


-1890-
Am 20. Dezember 1890 bricht im Anwesen des Müllers Johann Kohler (Sägmühlweg) Feuer aus und äschert Stadl, Schupfe und Keller ein.

-1891-

Auch das gibt es! Am 27 Juli 1891 nachts wird ein Brand vermutlich in Roggenstein, wahrgenommen. Auf der Fahrt dorthin erfährt die Wehr, dass der Brand in Mugelhof sei, weshalb sie wegen der zu großen Entfernung wieder umkehrt.

Am 18. Mai 1891 wird das Jubiläum des 25jährigen Bestehens der Vohenstraußer Wehr in der üblichen Weise gefeiert, mit Festzug und Festkonzert im Andr. Bamler’schen Garten. Über 500 Feuerwehrmänner von nah und fern nehmen daran teil. Die Festrede hält Kommandant Ferdinand Fuhrmann. Die Veranstaltung nimmt in jeder Hinsicht einen großartigen Verlauf.

Einigen Feuerwehrmännern wird das Feuerwehrehrenzeichen für 25jährige aktive Mitgliedschaft verliehen.


-1894-

Das Kgl. Bezirksamt Vohenstraußteilt die Verfügung vom 15. Dezember 1894 betr. Alarmierung bei Bränden folgendes mit: „Von der Dampfsäge-Verwaltung in Vohenstrauß wurde mitgeteilt, dass sie laut Absprache mit dem Herrn Bezirksfeuerwehrvertreter dahier als Alarmzeichen folgende Signale mit der Dampfpfeife gegeben werden und zwar bei Ausbruch eines Brandes im Sägewerk und Lager selbst.

-einmaliges Pfeifen mit kurzen Stößen

-Markt Vohenstrauß und den Nachbarorten Fiedlbühl und Altenstadt 3 lange Pfiffe in kurzen Zwischenräumen aufeinanderfolgend“.


-1895-
Ab 1985 wird ein Sitzungsbuch über die Ausschusssitzungen und Generalversammlungen der Freiwilligen Feuerwehr Vohenstrauß geführt. Am 4. Juni 1895 beschließt der Ausschuß die Renovierung des Mannschaftstransportwagens.

Ein Waldfest findet am 28.Juli im Penzach Statt. Erstmals wird über eine herkömmliche Tanzunterhaltung am Kirchweih-Montag, dem 28. Oktober 1895, berichtet.

Die Freiwillige Feuerwehr Vohenstrauß beteiligt sich am Empfang des Regierungspräsidenten Graf Fugger am 24. Juli 1895 in Vohenstrauß.


-1897-
Laut Bericht der Generalversammlung am 1. Februar 1897 zählt die Freiwillige Feuerwehr Vohenstrauß 153 aktive und 17 passive Mitglieder.

Baron von Imhoff lädt die hiesige Wehr nach Waldau in seine eigene Wirtschaft ein, woselbst er sich aus Anlaß des in seinem Schloß kürzlich stattgefundenen Brandes für die geleistete Hilfe erkenntlich zeigen wolle.


-1900-
 

Dieses Bild entstand am 19. August 1900. Es zeigt die Freiwillige Feuerwehr Vohenstrauß bei der Übung auf dem oberen Marktplatz. Im Hintergrund der Kunstbrunnen vor dem Rathaus, eine Nachbildung des Schönen Brunnen zu Nürnberg.

 

-1901-
Die Generalversammlung am 22. April 1901 wird lediglich von 19 Mitgliedern besucht. Kommandant Kirner hebt in seinem Tätigkeitsbericht hervor, dass der Eifer der aktiven Mitglieder vieles zu wünschen übrig lasse und ermahnt die Anwesenden, dazu beizutragen, dass ein besserer Geist wieder einkehre. Josef Wappmann wird mit 17 Stimmen als Vorstand und Donat Kirner ebenfalls mit 17 Stimmen als Kommandant wieder gewählt.

-1902-
Im Anwesen des Bäckermeisters Johann Lehner in der Pleysteiner Straße bricht am 28. November 1902 ein Brand aus. Wie Kommandant Kiner in der darauffolgenden Generalversammlung feststellt, sei beim Brandeinsatz so manch Nachlässigkeit seitens der Aktiven zu Tage getreten.

-1904-
Bei der Feuersbrunst am 24. September 1904 werden 3 Wohnhäuser und 4 Städel in der Wittschauer Staße eingeäschert.

Der Bayerische Landes-Feuerwehrausschuß verlieh 1904 an Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Vohenstrauß für 15jährige pflichteifrige Feuerwehr-Dienstleistende diese schön gestalteten Ehren-Diplome.


-1907-
Für die Periode 1907/1909 werden in der Generalversammlung am 21. Januar 1907 Josef Wappmann als Vorstand wieder- und Johann Lehner als Kommandant neugewählt. Donat Kirner ist vorher als Kommandant zurückgetreten.

-1909-
Josef Wappmann legt das Amt des Vorstandes nieder. Am 1. Februar 1909 wird als Nachfolger Schreinermeister Donat Kirner gewählt. 1912 wird Johann Höcker als Vorstend gewählt, da der seitherige Vorstand Kirner verstarb.

- 1911 – 1913 -
Mit dem Bau des Feuerlöschrequisitenhauses in Vohenstrauß mit Ausfahrt auf die Schmiedgasse (jetzt Rathausgasse), wird am 1. Juni 1911 begonnen, (Fertigstellung am 18. März 1913) nachdem am 27. September 1910 das Bezirksamt Vohenstrauß die Baubewilligung erteilthatte. Bereits am 30. November 1908 beschließt der Magistrat Vohenstrauß unter Nr. 636 u. a. folgendes: „Die Erweiterung des Feuerlöschrequisitenlokals wird nach den von der Kgl. Regierung für zweckentsprechend befundene Pläne ausgeführt.“

Der Neubau des Feuerwehrhauses steht im Zusammenhang mit dem Gesuch des Magistrats auf Stadterhebung im Jahre 1906. So musste der Magistrat seinerzeit noch so manches erfüllen, um mit dem Gesuch auf Stadterhebung erfolgreich zu sein. Das geht aus der Entscheidung der Kgl. Regierung der Oberpfalz vom 20. Juli 1906 hervor, in der es heißt: „Für die Würdigung des Gesuches der Marktgemeinde Vohenstrauß um Erhebung zu Stadt wird der Umstand von Belang sein, ob Gewähr besteht, dass in Bälde (…)
3. zur einwandfreien Unterbringung der jetzt im Rückgebäude des Rathauses in
ungenügender Weise untergebrachten Feuerlöschgeräte ein entsprechendes Gebäude errichtet wird.“

Die Ausführung des Feuerlöschrequisitenhauses mit einem Kostenaufwand von über 10000Mk. trug somit zur Wiedererhebung des Marktes Vohenstrauß zur Stadt bei.

Der Plan vom September 1910 zeigt die Ansicht und den Grundriß des Feuerwehrgerätehauses.

 

-1912-
Über das Brandunglück am 5. Februar 1912 berichtet der „Vohenstraußer Anzeiger“ in der Ausgabe vom 6. Februar 1912 wie folgt:

„Ein großes Brandunglück drohte gestern Sonntag in den Frühstunden unserem Markte. Nur dem Umstande, dass auf den Dächern soviel Schnee lag und dass Windstille war, sowie dem tatkräftigen Einschreiten der Feuerwehr ist es zu verdanken, dass der Brand nicht größere Dimensionen angenommen hat.

Früh halb 5Uhr brach in der Malzdörre des Herrn Mälzers Frank Feuer aus. Glücklicherweise bemerkte Herr Fuhrwerksbesitzer Pausch, der im Stalle zu tun hatte, das Ausbrechen des Feuers, er weckte sofort die Leute und machte Feuerlärm.

Ein Knecht bei Herrn August Bergler konnte, als er erwachte, nurmehr dadurch sein Leben retten, dass er nur halb bekleidet, seine Kleider, seine Barschaft, den letzten Jahreslohn, zurückließ, rasch entschlossen mit einer Hacke eine Öffnung durch die Tür sich schaffte, dann die noch schlafende Herrschaft weckte.

Auch im Hause des Herrn Mälzers Frank konnte eine Mietspartei, Herr Rensky, Porzelanfabrikarbeiter, mit seiner Familie, nur das nackte Leben retten, auch ihm ist sogar der letzte Wochenlohn verbrannt.

Einer anderen Mietspartei verbrannte ein Teil der Effekten. Das Vieh beim Schwanenwirt wurde einen Bürger im letzten Augenblick, als die höchste Gefahr bereits bestand, noch gerettet. Kaum war das letzt Stück hinausgeschafft, brach die Stallung zusammen. 2 Schweine sind im Rauch erstickt. Verbrannt sind das Anwesen des Mälzers Frank samt den Nebengebäudlichkeiten, die Nebengebäudlichkeiten des August Bergler, das Gasthaus selbst hatte en der Rückseite bereits Feuer gefangen; zum Glück gelang es noch das Feuer zu löschen.


-1913-
Als neuer Vorstand wird am 20. Januar 1913 Dampfsägewerksbesitzer Johann Ach gewählt. Kommandant Johann Lehner wird in seinem Amt bestätigt.

-1915-
Während des 1. Weltkrieges werden etwa 80 Wehrmänner zu den Fahnen gerufen. Auch unter den Chargen tritt eine Lücke ein, deren Besetzung auf Kriegsdauer in der Generalversammlung am 15. März 1915 vorgenommen wird.

Die Freiwillige Feuerwehr besitzt auch einen Unterstützungsfond, der bei Kriegsausbruch ein Vermögen von nahezu 500 M Aufweist. Durch die Inflation wird dieses Stammkapital entwertet.

Da der Zeitpunkt des 50jährigen Gründungsjubiläums in das Kriegsjahr 1915 fiel, unterblieb eine Feier. Aus Anlaß der Überreichung der Ehrenzeichen an Mitglieder für 40- bzw. 25jährigen Feuerwehrdienst im Juni 1921 im Bamler-Saal wird jedoch der Rückblick über die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Vohenstrauß vor 50 Jahren am 5. November 1865 nachgeholt. Über diese Veranstaltung berichtet der „Vohenstraußer Anzeiger“ in der Ausgabe vom 8. Juli 1921 Wie folgt:

*V o h e n s t r a u ß, 5. Juli. Die Freiwillige Feuerwehr Vohenstrauß gab vergangenen Sonntag aus Anlaß der Überreichung der Ehrenzeichen für 40- bzw. 25jährigen Feuerwehrdienst an eine größere Anzahl von Mitgliedern und zu Ehren derselben ein öffentliches Festkonzert, das sehr gut besucht war. In Vertretung des wegen Krankheit leider verhinderten Vorstandes begrüßte Herr 2. Bürgermeister Steininger die Erschienenen.
Herr Oberregierungsrat Beck, der die Verleihung der Ehrenzeichen vornahm, führte in einer vorausgehenden Ansprache zunächst die Erinnerung in jene Zeiten zurück, als wackere Männer am 5. November 1860 und im daraufvolgendem Frühjahr die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr dafür zu Stande gebracht haben. Anlaß dazu war seinerzeit ein schreckliches Brandunglück, das den benachbarten Markt Waldthurn vorher fasst vollständig in Asche legte. Am 31. April 1866 konnte ich die Freiwillige Feuerwehr Vohenstrauß mit bereits 33 Mitgliedern konstituieren. Die namen der eigentlichen Begründer – 11 an der Zahl – wurden in ehrender Weiße zur Verlesung gebracht und hierbei hervorgehoben, dass von den vorbezeichneten 33 ursprünglichen Mitgliedern heute noch 4 am Leben und daher wohnhaft sind, wovon einer und zwar ein besonderes verdienstvolles Mitglied – Herr Kanzleirat a. D. Andreas Windschiegl – noch immer der Feuerwehr angehört und unter jenen befindet, die mit dem 40jährigen Ehrenzeichen bedacht werden. Redner warf auch einen Rückblick auf die 50jährige Wiederkehr des Gründungsjahres, die hätte im Jahre 1915 gefeiert werden können, was jedoch zu dieser Zeit wegen des Krieges unterbleiben musste. Er betonte dabei, da0 die Feuerwehr Vohenstrauß eine der ersten in Bayern war, die ins Leben gerufen wurden, schilderte in trefflichen Worten das wohltätige und gemeinnützige Wirken der Feuerwehr nicht nur in der Bekämpfung von verherenden Bränden, sondern auch anderer Naturgewalten und vorderte die Wehrmänner auf, auch in aller Zukunft beizeiten der Gefahr in gleicher Weiße die freiwillig übernommenen Pflichten zu erfüllen, zum Schutze von Leben und Eigentum des Nächsten, treu dem Wahlspruch „Einer für alle, alle für Einen“.


-1916-1921-
In diesen fünf Jahren waren in Vohenstrauß fünf Brände ausgebrochen. 1916 mußte die Wehr zu einem Größeren Brand im Dampfsägewerk Johann Ach in Vohenstrauß ausrücken. Am 1. Oktober 1917 brannten sechs Städel in der Ringgasse nieder. Im November 1918 wurden acht Reihenstädel in der Türkeigasse ein Raub der Flammen und am 22 November 1921 wurden acht Reihenstädel an der Liedlpaint eingeäschert.

Anläßlich eines weiteren Brandes wird im „Vohenstraußer Anzeiger“ am 3. Februar 1020 berichtet, dass am 1. Februar 1929, abends 20 Uhr, die Städel des Friedrich Nast und der Schuhmachermeisterswitwe Dirscherl auf eine noch unbekannte Weise Feuer fingen und im Nu in hellen Flammen standen. Der günstigen Windrichtung, dem steinernen Bau des dritten Stadels und den raschen Eingreifen der Feuerwehr sich nicht weiter ausbreiten konnte.

In der Generalversammlung am 28. Januar 1929 wird Bürgermeister Fritz Schamel zum Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Vohenstrauß gewählt. Kommandant bleibt Johann Lehner.

Der Stadtrat Vohenstrauß berichtet an das Bezirksamt Vohenstrauß wegen Verweigerung der Nothilfe folgendes: „Anläßlich des am 24, November 1929 in Braunetsrieth ausgebrochenen Brandes haben verschiedene Fuhrwerksbesitzer die Abstellung von Gespannen für die Feuerspritze verweigert, wodurch sich das Erscheinen der hiesigen Feuerwehr am Brandplatz verzögerte. Gegen die Genannten wurde Anzeige an den Herrn Amtsanwalt erstattet.“


-1922-
Am 31. Januar 1922 wird in der Generalversammlung berichtet, dass die Zahl der aktiven Mitglieder auf 203 und damit wieder auf den Stand der Vorkriegszeit angewachsen sei. Für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen 1. Vorstand Fritz Schamel wird 2. Bürgermeister Josef Steininger gewählt.

Für die Jahre 1923 – 1926 fehlen Berichte über besondere Geschehnisse.


-1927-1929-
Im Februar 1927 erhält die Feuerwehr eine tragbare Motorspritze – System Flader – und im Mai 1929 eine Flader Automobilspritze 8/40 PS, Größe 2, aufgebaut auf einem Opel-Fahrgestell. Durch die Anschaffung eine Motorspritze wird eine Umorganisation der Feuerwehr notwendig. Das Löschauto hatte die Vohenstraußer Wehr 1929 von der Firma C. E. Flader in Jähstadt (Sa.) zu einem Kaufpreis von 11850 RM selbst beschafft. Für die ungedeckten Kosten von 7000 RM wird von der Städt. Sparkasse Vohenstrauß ein Darlehen gegen Schuldschein aufgenommen. Als Sicherheit verpfändet die Freiwillige Feuerwehr das Löschauto samt Zubehör der Städt. Sparkasse. Als die Feuerwehr Vohenstrauß mit den Rückzahlungsraten in Verzug gerät, empfiehlt die Revision der Sparkasse, sämtliche 170 Feuerwehrmitglieder für die aufgenommene Schuldsumme gesamtschuldnerisch zu verpflichten.

1926 legt Johann Lehne das Amt des Kommandanten, das er über 20 Jahre (seit 1906) innehatte, aus Altersgründen nieder. Als Nachfolger wird Schreinermeister Johann Kirner gewählt.

In einem kurzen Beitrag über die Feuerwehrgeschichte schreibt 1929 der Chronist. „Von der Stadt hat die Feuerwehr immer eine fürsorgliche Förderung erfahren, und insbesondere in den letzten Jahrzehnten ließ es sich die Gemeine große Aufwendungen kosten, um die Feuerlöscheinrichtungen dem Fortschritt der heutigen Zeit entsprechend vollkommen umzugestalten.

Im neuen Feuerlöschgerätehaus besitzt die Feuerwehr ihr eigenes zweckentsprechendes Heim und es stehen ihr heute 2 Motorlöschmaschinen, darunter ein automobiles Gerät, zur Verfügung, beides Erzeugnisse der neuesten Errungenschaft der modernen Feuerlöschtechnik und in Bezug auf Leistungsfähigkeit im Rahmen ihrer unseren örtlichen Verhältnissen angemessenen Dimensionen von einer Wirkungskraft, die nach heutigen Begriffen kaum mehr überboten werden kann. Die noch vorhandenen, für künftige Verwendung kaum mehr benötigten alten Handdrucklöschmaschinen bleiben nur mehr in Reserve bzw. als Schaustücke dem Gerätepark einverleibt. Sie bieten neben den neuen Kraftmaschinen je nach ihrem Alter einen anschaulichen Überblick über die rastlose technische Entwicklung des Feuerlöschwesens.

Die Feuerwehr zählt heute 220 Mitglieder und ist damit nicht nur zahlenmäßig die größte, sondern mit ihren erwähnten Einrichtungen auch die bestausgerüsteste im Bezirke.“

Die 1. Gruppe mit der alten Opel-Automobilspritze


-1932-
Am 3. Juli 1932 brannte es in einer Scheune im Schreinergässl.

Am 18. Januar 1932 wurden zwei Reihenstädel in der jetzigen Wallstraße eingeäschert.


-1933-
In der Generalversammlung am 15. Mai 1933 wird mitgeteilt, dass Färbermeister Karl Ries den Posten des Vorstandes niedergelegt habe. In der vorgenommenen Ergänzungswahl werden durch Zuruf gewählt: als Vorstand: 2. Bürgermeister Leo Kohler, Schriftführer: Georg Brusch, Kassier: Jakob Fischer, Zeugmeister: Hans Wittmann.

Vorstand Kohler gibt in der Verwaltungsratssitzung am 3. Juli 1933 das Rücktrittschreiben des Kommandanten Johann Kirner und des Adjutantan Johann Fuchs bekannt. Als Nachfolger des Kommandanten wird der Führer der automobielen Motorspritze, Spenglermeister Ernst Stahl und als Adjudant Hans Wittmann berufen.

Der Stadtrat Vohenstrauß beschließt in seiner Sitzung am 5. Oktober 1933 eine Gebührenordnung für die Benützung der Kraftfahrspritze, die im Amtsblatt für das Bezirksamt Vohenstrauß vom 24. Oktober 1933 Nr. 52, veröffentlicht wird.

10. November 1933: Einsatz der Vohenstraußer Wehr in der Porzellanfabrik Johann Seltmann GmbH, in Altenstadt bei Vohenstrauß. Im Dachgeschoß oberhalb der Dreherei, im sog. Formenboden, war Feuer ausgebrochen. Den sofort herbeigerufenen Feuerwehren aus Vohenstrauß und Altenstadt, im Verein mit der Belegschaft der Fabrik, gelingt es nach kurzer Zeit, den Brand im Keime zu ersticken.


-1934-
Am 19. Februar 1934 verleiht der Bayer. Landes-Feuerwehr-Ausschuß, München, Herrn Gewerberat Josef Steininger das Feuerwehr Ehrenkreuz des Verbandes für 50jährige Dienstleistung.

Über die Durchführung der Feuerschutzwoche berichtet die Freiwillige Feuerwehr Vohenstrauß am 14 Oktober 1934 an die Kreisleitung der NSDAP Vohenstrauß folgendes: „Während der Woche wurde von den Blockwarten der Luftschutzorganisation die Bodenentrümpelung vorgenommen und gleichzeitig durch je einen Feuerwehrmann eine Feuerschau durchgeführt. Am Sonntag wurde durch den Spielmannszug der SA und HJ mit zwei Hornisten der Feuerwehr Weckruf durch die Stadt gespielt. Vormittag waren die Geräte der Feuerwehr und der Freiwilligen Sanitätskolonne auf dem Marktplatz zur Schau gestellt, wobei Doppelposten der Feuerwehr aufgezogen waren. Um 1 Uhr wurde der Propagandamarsch der Feuerwehr mit sämtlichen fahrbaren Geräten und unter Teilnahme der Sanitätskolonne, des JV, der HJ, SA und SAR durchgeführt. Während der Zurschaustellung und des Propagandamarsches waren an den Geräten Plakate angebracht, die die Bevölkerung zur Schadenverhütung aufforderte. Nach dem Propagandamarsch führte die Feuerwehr mit der Sanitätskolonne eine große Schauübung am Rathaus und den angrenzenden Gebäuden vor. Als Abschluß der Übung und damit der Feuerschutzwoche hielt Oberamtmann Edler Oskar von Kuepach eine Längere Ansprache über Feuerschäden und deren Verhütung."


-1935-
Über Mitgliederstand und Inventar Schlauch- und sonstiges Material, Uniform- und Mannschaftsausrüstung sowie der Feuerlöscheinrichtungen der Vohenstraußer Wehr im Jahre 1935 gibt nachstehender Rapport-Zettel, der in Faksimile veröffentlicht ist, Auskunft:


F r e i w i l l i g e F e u e r w e h r V o h e n s t r a u ß

R a p p o r t – Z e t t e l

I. Mitgliederstand:

Kommandant: Stahl, Ernst, Spengelermeister
Adjudant: Pröls, Friedrich, Schmiedemeister
Schriftführer: Brusch, Georg, Kaufmann
Kassier: Fischer, Jakob, Hafnermeister
Zeugwart: Wittmann, Hans, Seiler


Zahl der aktiven Mitglieder: 109

II. Inventar:

1 Opel Wagen mit 5 Mannschaftssitzplätzen 8/40 PS mit 3 stufiger
Motorspritze „Siegerin“ mit 4 Takt-Motor Leistung 600 L,
1 handfahrbare 2 stufige Motorspritze „Siegerin“ MIT 4 Takt-Motor
Leistung 600 L,
2 bespannbare Saug- und Druckspritzen,
1 ältere Saug- und Druckspritze,
1 fahrbare Schubleiter, 18 m hoch,
6 Stck. Hacken- und Dachleitern,
1 Steigergerätewagen,
1 Handfeuerlöschgerät Bavaria,
2 fahrbare Schlauchhaspeln,
5 Hydrantenaufsätze für Unterflurhydranten,
1 älterer Mannschaftswagen.

III. Schlauch- und sonstiges Material:

360m 75 mm Schläuche, 380m 52 mm Schläuche, 15 Paar Normalgewinde,
36 Paar Strozkupplungen, 13 Strahlrohre, 20 Schlauchbinden,
25m Saugschläuche, 5 Paar Übergangsstücke, 5 Feuerhaken.

IV. Uniforme- u. Mannschaftsausrüstung:

nach Bedarf.

V. Dienstbücher:

Stammliste, Verlesbücher, Protokoll- und Kassenbücher sind vorhanden
und ordnungsgemäß geführt.

VI. Feuerlösscheinrichtungen:

Feuerlöschgerätehaus.
Wasserleitungsanlage je nach Lage 1-3 Atm. Druck, 25 Unterflurhydranten,
10 Oberflurhydranten, Wasserzufuhr z. Zt. ungenügend.
Neue Wasserleitung im Bau, wobei gleichzeitig die Unterflurhydranten meist durch Oberflurhydranten ersetzt und eine Anzahl neuer Hydranten aufgestellt werden.

Vohenstrauß, den 6. Juli 1935
Freiwillige Feuerwehr

Schriftführer
Kommandant

Am 6. Juli 1935 findet in Vohenstrauß eine Landesinspektion mit den Wehren Vohenstrauß, Altenstadt, Oberlind und Waldau statt. Landesbranddirektor Ecker vom Bayer. Landes-Feuerwehrverband trägt eigenhändig in das Protokollbuch folgendes ein: „Beteiligung nicht vollzählig . Uniformierung zufriedenstellend. Geräte- und Fußexerzieren bedarf unbedingt mehr Beachtung. Angriffübung entsprechend. Allgemeine Ordnung: Mehr Übungsdienst.


-1936-
Gemäß Erlaß des Reich- und Preußischen Ministers des Innern und Entschließung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern aus dem Jahre 1936 wird die Freiwillige Feuerwehr Vohenstrauß als öffentliche Feuerwehr anerkannt mit dem Recht zum Tragendes Polizei-Hoheitsabzeichens und zur Teilnahme am Tag der deutschen Polizei. Diese Anerkennung verpflichtet die Freiwillige Feuerwehr Vohenstrauß zu einer erhöhten aktiven Arbeit, die sich zunächst in einer gesteigerten Übungs- und Schulungstätigkeit auswirken müsse. Zu diesem Zweck ordnet der Landesfeuerwehrverband an, daß jährlich wenigstens 12 Übungen und Schulungsabende durchgeführt werden.

Lt. Eintrag im Bautenverzeichnis wurde der Feuerwehrschlauchturm in der Rathausgasse, Hs. Nr. 73a, im September 1936 abgebrochen und wieder aufgebaut.


-1937-
24. Juni 1937: Einsatz der Wehr beim Zimmerbrand im Anwesen der Maria Eichhorn’schen Erben (Besitzer Karl und Elise Rasp) in Vohenstrauß, Bahnhofstraße 222 (Bojerhaus).

-1938-
Feuerwehr technische Hilfspolizeitruppe
Die Organisationsform der Freiwilligen Feuerwehren als Vereine und Verbände besteht bis zur Auflösung aufgrund §6 des Reichsgesetzes über das Feuerlöschwesen vom 28. November 1938 (RGBl. I S. 1962) i. V. mit §16 der 3. DVO zum RFLG vom 24. Oktober 1939 (RGBl. I S. 2096). Der Aufbau der Wehren, diese nunmehr zur technischen Hilfspolizeitruppe erklärt, wird reichseinheitlich geregelt. Der traditionelle Feuerwehr- und Hilfsgedanke wird dadurch aber nicht beeinträchtigt.

18. Dezember 1938: Kurz vor Mitternacht gegen 23.10 Uhr bricht im Küchenhaus des Anwesens des Brauereibesitzers Karl Behringer in Vohenstrauß, Bahnhofstraße 100, ein Brand aus, der jedoch bald auf seinen Herd beschränkt werden kann.

Die Ortsfeuerwehr tritt mit 4 Schlauchleitungen, die an 2 Oberflurhydranten angeschlossen werden, in Tätigkeit. Der Druck der Hydranten ist so stark genug, so dass die Motorlöschmaschinen nicht in Funktion genommen werden brauchen. Das Gebäude wird durch Ausbrennen des Gebälkes und des Dachbodens beschädigt.


-1939-1945-

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges werden viele aktive Feuerwehrmänner zum Kriegsdienst einberufen. Trotzdem hat die Vohenstraußer Wehr stets einen Bestand von durchschnittlich 50 einsatzbereiten Leuten. Ein großer Teil davon sind Jugendliche, die freudig den Feuerwehrdienst erfüllen.

 

 

Die junge Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Vohenstrauß mit der Opel-Automobilspritze vor dem alten Feuerwehrhaus. Dieses Bild dürfte in den 40er Jahren entstanden sein.

 
 
1941 wird in Vohenstrauß eine HJ-Feuerwehrgruppe ins Leben gerufen, der 14 bis 17jährige Jugendliche angehören. Die HJ-Feuerwehrgruppe besteht aus dem Wehrführer, ferner aus dem HJ-Gruppenführer sowie aus acht HJ-Angehörigen. Bereits im Jahre 1942 schafft die Stadt 9 HJ-Feuerwehruniformen an. Die Jugendgruppe kommt beim Brandunglück am 30. Januar 1941 erstmals zum Einsatz.

30. Januar 1941: Schadenfeuer im Wohnhaus des Landwirts Johann Pemsl, Vohenstrauß, Pleysteiner Straße 152. Eingeäschert werden das Wohnhaus und die an das Wohngebäude angebauten Nebengebäude. Dem raschen und tatkräftigen Eingreifen der Ortsfeuerwehr unter Mithilfe der hier einquartierten Soldaten ist es zu danken, dass ein Übergreifen des Feuers auf die unmittelbar anliegenden Gebäude verhindert werden kann.

 
 

Dieses Bild, aufgenommen 1941, zeigt eine Löschgruppe vor dem Feuerwehrgerätehaus. Von links nach rechts: Jakob Fischer, Hans Wild, Bäumler, Richard Ferazin, Kirner, Josef Wurdack, Person und Name nicht mehr bekannt, Hans Hoch, Georg Fischer, Hans Bäumler.

 
 
Am 11./12. August 1943 erleidet Nürnberg einen schweren Luftangriff. Die Freiwillige Feuerwehr Vohenstrauß wird mit dem Löschauto zum Einsatz nach Nürnberg gerufen. Dort wird ihr die Brandbekämpfung in der Viktoriastraße zugewiesen. Sie löschte in dieser Straße die Brandherde in den Gebäuden Nr. 23, 28 und 29. Die dort eingesetzten Wehrmänner leisteten ihr Äußerstes an Kraft und Mut.

Ein Großfeuer entsteht am 13. Dezember 1943 im Dampfsägewerk Johann Ach, Altenstädter Straße 215. Die Werkshalle wird ganz eingeäschert. Der Sägearbeiter Franz Decker, der sich im Sägespänekeller befindet, kommt in den Flammen um. Zahl der eingesetzten Mannschaften 23, der Jugendfeuerwehr 7.

Im Januar 1945 treffen in Vohenstrauß Flüchtlinge aus Ohlau in Schlesien ein und beziehen hier Quartier. Sie bringen ein Löschfahrzeug, LF 15, aus ihrer Heimat mit und übergeben dieses an die Feuerwehr Vohenstrauß, wo es bis 1977 zur Brandbekämpfung eingesetzt wird. Das Löschfahrzeug ist gerade in den ersten Nachkriegsjahren eine wesentliche Verbesserung des Feuerschutzes.

Vohenstrauß wird am 24. April 1945 durch die US-Armee besetzt. Bei dem der Einnahme der Stadt vorausgehenden Artilleriebeschuß werden ein Wohnhaus und fünf landw. Anwesen in Brand geschossen, die Friedrichsburg erheblich, ferner die beiden Pfarrkirchen, das Schulhaus sowie das Rathaus und weitere Privathäuser beschädigt. Das Löschen der Brände durch die Feuerwehr mit zahlenmäßig geschwächter Mannschaft, durch Hausbewohner und Nachbarn ist in diesen Tagen besonders schwierig.


-1946-
Nach dem Zusammenbruch ist die Feuerwehr, wie fast jede Organisation, zunächst zur Untätigkeit verurteilt. Im Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 17. Mai 1946 wird die frühere Vereinstradition wieder hergestellt.
Wiedergründungs-Versammlung
Zur Wiedergründungs-Versammlung am 21. Mai 1946 sind auf Einladung des 1. Bürgermeisters Karl Ries 15 Männer erschienen. Den Vorsitz übernimmt das älteste Mitglied Hans Kirner. Der bisherige Kommandant Jakob Fischer gibt einen Bericht über den Stand der Wehr und bespricht die notwendigen Maßnahmen. Als vorläufiger Verwaltungsrat werden gewählt: Vorstand Erhars Wagner, Kommandant Hans Wild, Schriftführer und Kassier Georg Brusch, Zeugwart Hans Wittmann. Nach Besprechung verschiedener Aufbauarbeiten schließt der Vorstand die Versammlung mit dem Wunsche, dass recht bald die Feuerwehr wieder schlagkräftig werden möge.

-1948-
In der Jahreshauptversammlung am 15. März 1948 berichtet Kommandant Hans Wild, dass die Wehr im Jahre 1947 elmal alamiert wurde. Sie bekämpfte zwei Waldbrände in Pleystein und Pfrentsch, ferner 9 Schadenfeuer in Moosbach, Voitsberg, Galsterlohe, Waldthurn, Saubersrieth und zwei in Eslarn, ferner in Braunetsrieth.

-1949-

26 Mitglieder erschienen zur Jahreshauptversammlung am 14. März 1949. In seinem Brandbericht teilt Kommandant Hans Wild mit, dass 1948 die Wehr bei 5 Bränden im Kreisgebiet eingesetzt wurde, in Vohenstrauß selbst war nur ein Kellerbrand im Schulhaus zu bekämpfen. Er dankte den Kameraden für den guten Einsatz, besonders auch bei der Pflege der Geräte.

 

 

Drei verdiente Führungskräfte der Vohenstraußer Wehr. Links: Kommandant Hans Wild; Mitte: Gruppenführer Georg Käs; rechts: Gerätewart Hans Wittmann. Aufnahme 1949.

 
 
 

 

 
 

Der Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr Vohenstrauß im Jahre 1949

 

-1950-
Durch einen Großbrand werden am 13.Juni 1950 in Altenstadt b. Vohenstrauß fast alle Anwesen in der Ledergasse (jetzt Fiedlbühlstraße) eingeäschert. Nur durch das beherzte Eingreifen der Feuerwehr kann der Ort vor der Vernichtung bewahrt werden. Das Feuer, das um 18.30 Uhr ausbricht, wird durch einen heißgelaufenen Motor entfacht. Eingeäschert werden vier Wohnhäuser mit landw. Nebengebäuden des Christof Rupprecht, Fritz Reinl, Karl Stich und Otto Lindner. Bei den Anwesen des Karl Striegl und der Maria Karl werden die landwirtschaftlichen Nebengebäude ein Raub der Flammen. Durch den raschen und tatkräftigen Einsatz der Feuerwehren kann ein Ausbreiten des Großfeuers auf das ganze Unterdorf von Altenstadt verhindert werden. Neben der Ortsfeuerwehr Altenstadt und der Nachbarfeuerwehr Vohenstrauß werden auch die Feuerwehren aus Weiden i. d. Opf. Und der US-Armee aus Grafenwöhr sowie weitere Feuerwehren der Umgebung eingesetzt.
 
 

Dieses Bild wurde unmittelbar nach Brandausbruch von der Staatsstraße 2166 aus in der Nähe des Seltmann-Parkes aufgenommen.

 
 
 

Die 1. Gruppe der Freiwilligen Vohenstrauß im Jahre 1950 vor dem Löschfahrzeug LF15, das aus Ohlau in Schlesien stammt und vor dem alten Feuerwehrhaus in der Rathausgasse aufgefahren ist. Stehend: Wild Hans, Käs Georg, Sperr Fritz, Sommer Fritz, Fuchs Georg, Grießl Fritz, Schwarzmeier Fritz, Wittmann Hans. Kniend: Ferazin Karl, Stubenrauch Hans, Rewitzer Hans, Wagner Fritz.

 

-1951-
In den Nachkriegsjahren arbeiten die Feuerwehrmänner mit Eifer am Wiederaufbau und an der Neuorganisation der Wehr mit dem Ziel einer möglichst starken Einsatzbereitschaft. Es ist vor allem notwendig, das Schlauchmaterial, das während des Krieges schwer gelitten hat, zu ersetzen. Das kann mit den von der Stadt bereitgestellten Mitteln und mit Staatszuschüssen erfolgen.

Die Jahreshauptversammlung am 26. Februar 1951 wird von 24 Aktiven besucht. Auch Kreisbrandinspektor Johann Strigl nimmt teil. Kommandant Hans Wild führt in seinem Jahresbericht aus, das 1950 2 Schauübungen, 1 Nachtübung und 12 weitere Übungen abgehalten wurden. 1050 wurde die Wehr zu 6 Einsätzen gerufen und zwar am 13.Juni 1950 zu einem Großfeuer in Altenstadt, weiter zu einem Waldbrand in der Abteilung „Heiliger Berg“, einem Autobrand in Braunetsrieth, einem Sägewerkbrand in Lohma und weiteren 2 Bränden in Georgenberg und im Anwesen Rarp in Vohenstrauß. Bei den Einsätzen habe sich gezeigt, dass in Vohenstrauß im Bereich Marktplatz die Löschwasserversorgung unzureichend sei. Es müsste ein Wasserbassin errichtet werden. Die Neuwahl hat folgendes Ergebnis: Vorstand Wagner Erhard, Kommandant Wild Hans, stellv. Kommandant und Zeugwart Wittmann Hans, Schriftführer und Kassier Brusch Georg.


-1953-
Die Jahreshauptversammlung am 14. März im Gasthof „Zur Eisenbahn“ bringt eine völlige Neubesetzung des Verwaltungsrates, da die bisherigen Führungskräfte ihre Amter aus Altergründen niederlegten. 1. Vorstand wird Bürgermeister Hans Fuchs, Kommandant Jakob Fischer, Schriftführer Hans Frischholz, Kassier Helmut Kleylein und Zeugwart Hans Wittmann.

Alarmiert zu Brandeinsätzen wurde die Wehr 1951 nach Waldau (Großbrand), Lohma und Braunetsrieth und 1952 in Vohenstrauß (2mal) und Wieselrieth.

Zur Feuerschutzwoche wird eine großangelegte Übung an der Friedrichsburg durchgeführt, der die bewegliche Feuerwehrschule Amberg beiwohnt.

Da die Freiwillige Feuerwehr Vohenstrauß eine uralte Vereinssatzung besitzt, wird die vom Bayer. Staatsministerium des Innern vorgeschlagene Mustersatzung von der Versammlung mit einigen Änderungen angenommen.

In einer weiteren Mitgliederversammlung am 13. August 1953 werden Ernst Hug als Kommandant-Stellvertreter und Josef Meißner und Rudolf Pröls als Vertrauensleute gewählt.

3 Brandeinsätze sind 1953 zu verzeichnen und zwar am 18. Juli 1953 beim Sägewekr Wildenauer in Eslarn, am 27. September beim Anwesen Winter in Altenstadt und am 29. Dezember 1953 ein Holzstapel am Bahnhof in Vohenstrauß.

Die Feuerwehr bittet den Stadtrat um Anschaffung von 10 Schutzanzügeb und einer Blinksirenenanlage für das Feuerwehrauto. Weiter wird an den Stadtrat der Antrag gestellt, die Feuerschutzabgabe einzuführen.

Ernst Hug und Josef Meißner nehmen an der Bayer. Landes-Feuerwehrschule in Regensburg an einem Kommandanten-Lehrgang, Fritz Völkl und Peter Haberl an einem Maschinisten-Lehrgang teil.


-1954-
7. März 1954: Schadenfeuer im Anwesen des Landwirts und Schreinermeisters Eduard Koller in Vohenstrauß, Schulgasse 28. Die Scheune brennt bis auf die Grundmauern nieder, außerdem verbrennen der gesamte Heuvorrat und 22 Hühner.

Durch das schnelle Eingreifen der Freiwilligen Feuerwehr Vohenstrauß kann ein Übergreifen des Brandherdes auf die Nebengebäude verhindert werden.

 
 

 

 
Weitere Brandeinsätze: 28. Januar 1953 Zimmerbrand in der Bahnmeisterei; 23, März 1954 Pingermühle (Bauscherwerke); 12. April 1954 Waldbrand im Staatsforst „Untere Hölle“.

Die Jahresmitgliederversammlung am 10. April 1954 wählte Ernst Hug zum Kommandanten und Josef Meißner zum Stellvertreter. Zeugwart wird Peter Haberl.

Im Namen des Bayer. Staatsministerium des Innern wird an Jakob Fischer die Ehrenurkunde und das Ehrenzeichen für 50jährige Dienstzeit und an Hans Wild das Ehrenzeichen für 40jährige Dienstzeit überreicht. Der Verwaltungsrat ernennt Jakob Fischer zum Ehrenkommandanten.


-1955-
Einen erfreulichen Aufschwung nimmt die Wehr im Januar 1955 durch den Beitritt 30 junger Männer zum aktiven Wehrdienst. Dies ist wohl das freudigste Ereignis im Jahre 1955. Die Vohenstraußer Wehr zählt jetzt 60 Aktive in 4 Löschgruppen. Über das erfreuliche Echo, das die Werbeversammlung der Freiwilligen Feuerwehr am 13. Januar 1955 bei der Vohenstraußer Jugend hervorrief, berichtet „Der neue Tag“ in der Ausgabe vom 27. Januar 1955:
 
Schlagkräftige Feuerwehr für Vohenstrauß
Appell an die Vohenstraußer Jugend hatte ein erfolgreiches Echo

----V o h e n s t r a u ß, (im) In verschiedenen Sitzungen der letzten Zeit hat der Stadtrat seine Besorgnis zum Ausdruck gebracht, dass die jüngere männliche Bevölkerung eine sehr bedenkliche Interesselosigkeit am Feuerwehrdienst zeigt. Die bisherige Zahl der aktiven Mitglieder war zwar für einen kleinen Brandfall ausreichend, aber für einen Großbrand völlig unzulänglich, so dass der gemeindliche Feuerschutz nicht mehr gewährleistet war.
---Der vom Stadtrat eingesetzte Sonderausschuß hat zu Beginn des Jahres Werbemaßnahmen zur Erhöhung des aktiven Mitgliederstandes der Freiwilligen Feuerwehr eingeleitet. Vor kurzem war eine Anzahl Vohenstraußer Jungmänner zu einer Aussprache wegen einer freiwilligen Dienstleistung in der Vohenstraußer Feuerwehr in den großen Rathaussaal geladen worden. Bürgermeister Fuchs, der mit den Mitgliedern des Ausschusses, Ries, Mittelmeier, Dobmayer und Glößner, sowie Oberinspektor Dietl, Verwaltungssekretär Frischholz und dem Kommandanten der Feuerwehr, Hug erschienen war, konnte neben einer stattlichen Anzahl der geladenen jungen Leute auch Kreisbrandinspektor Strigl begrüßen.

---Es ging zunächst auf das Fehlen des Nachwuchses in der Feuerwehr und im besonderen auf die Nichterreichung der Mindeststärke ein. Dabei brachte er zum Ausdruck, dass die Dienstleistung in der Freiwilligen Feuerwehr eine der stärksten Bekundungen des Bürgersinns unserer Zeit sei. Es sei schmerzlich und schlimm, wenn die Idee einer Freiwilligen Feuerwehr in Vohenstrauß nach und nach immer schwächer werde.

---Der Aufwand für den Feuerschutz zeige, dass der Stadtrat an der Feuerwehr ein sehr großes

Interesse habe. Zum Schluß forderte er die Jugend auf, sich miteinzureihen und den Dienst und die Gefahren mit den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr zu teilen. Kreisbrandinspektor Strigl wies darauf hin, dass die Vohenstraußer Wehr unter allen Umständen die Mindeststärke von 50 Mann erreichen müsse. Er führte weiter aus, dass zwar die Vohenstraußer Wehr im Brandfall immer schnell einsatzbereit war und dass sie, wenn auch zahlenmäßig klein, im Einsatz bisher nicht zu beanstanden war. Er richtete an alle jungen und rüstigen Männer der Stadt die ernste Mahnung, in die Reihen der selbstlosen Helfer einzutreten, damit auch die Bekämpfung von Großbränden gesichert sei.
---In der Aussprache erklärten 30 Jungmänner den Beitritt zur Freiwilligen Feuerwehr Vohenstrauß. Bürgermeister Fuchs brachte seine Freude über diese Bereitschaft zum Ausdruck. Der erste Dienst am 25. 1. war sehr gut besucht. Kommandant Hug konnte 57 Mitglieder begrüßen. Verwaltungssekretär Frischholz gab im Unterricht eine längere Einführung über die „Entwiklung des Feuerlöschwesens“ und über „Das Recht der Feuerwehr“. Er erläuterte die Aufgaben der Feuerwehren, das Gesetz über das Feuerlöschwesen, die nachbarliche Löschhilfe und die Rechte und Pflichten der aktiven Mitglieder.

 
1955 sind 3 Brandeinsätze zu verzeichnen und zwar am 26. Januar 1955 im Heizungsraum der Hosenfabrik J. Hölzl & Co., Vohenstrauß, am 24. Februar 1955 ein Werkstattbrand bei der Glasraffinerie Steiner & Vogel und am 14. November 1955 ein Einsatz in Reichenau bei Waidhaus.

Am 23. März 1955 wird eine neue Alarmsirene auf dem Rathaus eingebaut.

14./15. August 1955: Ausflugsfahrt nach München – Schloß Linderhof – Oberammergau – Garmisch – Mittenwald – Kochel- und Walchensee.

 
90jähriges Jubiläum
Am 24./25. September 1955 feiert die Wehr ihr 90jährigen Bestehen mit Festabend, Schul- und Angriffsübungen, Großeinsatzübung unter Mitwirkung der Nachbarfeuerwehren Weiden, Altenstadt, Eslarn, Lennesrieth, Lohma, Moosbach, Pleystein, Waidhaus, Waldau, Waldthurn und der Werkfeuerwehr der Porzelanfabrik Seltmann sowie der Sanitätskolonne des Bayer. Roten Kreuzes. Für die Oberklassen der Volksschule Vohenstrauß wird ein Schüler-Preisausschreiben durchgeführt. Das Fest ist eine glänzende Demonstration für das Feuerlöschwesen. Die festlichen Veranstaltungen sind ausgezeichnet Organisiert und hinterlassen bei den Feuerwehrmännern und Gästen einen nachhaltigen Eindruck.

„Der neue Tag“ berichtet am 27. September 1955 über die Veranstaltung:

Stolze Tage für Vohenstraußer Feuerwehr
Festliche Veranstaltung zum 90 jährigen Jubiläum – Einsatzbereitschaft
eindrucksvoll demonstriert

----V o h e n s t r a u ß, (im) Bis auf den letzten Platz war die Turnhalle am Samstagabend, 24. 9., besetzt, als die Stadtkapelle Vohenstrauß den Festabend anlässlich der 90-Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr Vohenstrauß eröffnete. Rezitativ und Chor aus „Das Lied der Glocke“ v. Max Bruch, Op. 45, wurde vom Liederkranz vorgetragen. 1. Bürgermeister Hans Fuchs hieß als Vorstand der Feuerwehr die Gäste willkommen und Gab dann einen Rückblick auf die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Vohenstrauß.

---Kreisbrandinspektor Strigl, Pleystein, betonte, dass der Einzelne bei einem Brand nichts zu leisten vermöge. Aus dieser Erkenntnis sei die Freiw. Feuerwehr entstanden. Den Männern, die vor 90 Jahren die Feuerwehr gegründet haben, gebühre Dank. Er gelte aber auch jenen, die diesen Gedanken weitergetragen haben bis heute. Die Feuerwehr kenne nur ein Wort und das heißt helfen, wenn Not herrscht: bei Brandfällen, bei Hochwasser und anderen Katastrophenfällen. Es sei bedauerlich, dass von einem Teil der Bevölkerung der Dienst der Feuerwehr mit scheelen Augen betrachtet werde. Strigl forderte die älteren Feuerwehrkameraden auf, die Jugend mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die Jugend aber müsse tatkräftig mitarbeiten. Anschließend sprach er der Vohenstraußer Wehr Dank und Anerkennung für die im Landkreis geleisteten Einsätze.
---Als Vertreter des Landratsamtes Vohenstrauß überbrachte Regierungsoberinspektor Endler die Grüße des Landrats und forderte alle auf, mitzuhelfen, um der Feuerwehr eine gute Ausrüstung zu schaffen. Endler verlieh dann im Namen des bayer. Innenministeriums das Feuerwehr-Ehrenzeichen für 50jährige Dienstzeit an Hans Kirner und August Sperl; für 40 Jahre an Hans Dietl, Hans Dobner, J. B. Ferazin, Georg Höcker, Lorenz Hutzler, Pinter, Karl Roscher, Georg Sommer, Ernst Stahl, Johann Wagner; für 25 Dienstjahre an Max Bäumler, Josef Dietl, Johann Frank, Hans Fuchs, Franz Hoch, Hans Müllerer, Karl Höllerer, Christof Hopf, Fritz Janner, Hans Jungkunst, Hans Kleylein, Hans Lang, Hans Mühlhofer, Karl Müllner, Lorenz Münchmeier, Wilhelm Schönberger, Baptist Schultes, Fritz Sperr, Karl Tretter, Franz Völkl, Ernst Wittmann, Hans Würschinger, Georg Würschinger, Otto Ries und Max Bibel. Das Dienstjahresabzeichen für 10 Dienstjahre erhielten Ernst Hug, Karl Ferazin, Georg Fuchs, Rudolf Pröls, Fritz Sommer, Sperr Friedrich, Alfred Schönberger und Fritz Wagner. Befördert wurden Karl Ferazin zum Oberlöschmeister, Fritz Sommer zum Oberlöschmeister, Peter Haberl zum Löschmeister und H. Barschdorf zum Oberfeuerwehrmann.

---Bürgermeister Hans Fuchs gab dann die Preisträger aus dem Schülerwettbewerb bekannt. So konnten für die am besten ausgefüllten Fragebögen die Schüler Karl-Wilhelm Hug, Franz Schlechta, Rudolf Hildebrand, Richard Strobl, Hans Immer, Reinhard Schubert, Gerd Fuchs, Anton

Sollfrank, Hartmut Wilka und Werner Zimmerer, und für die besten Aufsätze die Schüler Peter Wilhelm Kerstner, Max-Otto Ostermann, Lothar Geyer, Franz Blöderl und Siegfried Ott schöne Buchpreise in Empfang nehmen.

---Der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Weiden, Max Schwarzer, übermittelte an die Vohenstraußer Wehr und an die Jubilare die herzlichsten Glückwünsche, denen sich auch der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Pleystein H. Sax anschloss, während Hans Kirner im Namen der Geehrten den herzlichen Dank zum Ausdruck brachte.
---Dem offiziellen Teil schloss sich ein gemütliches Beisammensein an, wobei die Stadtkapelle mit schmissigen Weisen für Unterhaltung und Stimmung sorgte.

---Der Sonntag begann um 10 Uhr mit der Tagung der Feuerwehrkommandanten des Landkreises Vohenstrauß in der Burggaststätte Albert Sommer, während die 15 Preisträger aus dem Schülerausschreiben eine Stadtrundfahrt mit dem Löschfahrzeugen der Vohenstraußer Wehr machen durften. Von 12 bis 13 Uhr erfreute die Stadtkapelle mit einem Standkonzert. Die Freiwillige Feuerwehr zeigte dann Schul- und Einsatzübungen auf dem oberen Marktplatz, der dicht von Zuschauern umsäumt war. Die Vorführungen des Totalfeuerlöschers P12 am brennenden Objekt erregte allgemeines Interesse.
---Nach Beendigung der Übung gab Kreisbrandinspektor Strigl noch einen kurzen Überblick über den Einsatz, der zu seiner vollsten Zufriedenheit verlaufen war und dankte allen Feuerwehren für ihre tatkräftige Mitarbeit. Die Freiwillige Feuerwehr Weiden führte dann mit dem Tanklöschfahrzeug noch einen Einsatz auf ein brennendes Objekt durch. Abschließend marschierten die Feuerwehren unter den Klängen der Stadtkapelle, gefolgt von den Löschfahrzeugen durch die Hauptstraße der Stadt.
---Die Vorführungen der Wehren gaben ein Zeugnis von dem guten Ausbildungsstand und der guten Ausrüstung der Wehren. Es wäre nur wünschenswert, wenn sich die Jugend weiterhin für den edlen Gedanken des Rettens und Helfens begeistern würde. Der Freiwilligen Feuerwehr Vohenstrauß aber möchten auch wir zu ihrem 90jährigen Bestehen die herzlichsten Glückwünsche übermitteln.


 
 
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